Gross Lessen – Die „Tage des offenen Dorfes“ boten am Jubiläumswochenende eine gelungene Mischung von Unterhaltung, Information und Möglichkeiten zur Begegnung. Wo anfangen, wo aufhören? Diese Frage stellte die Besucher vor ein echtes Problem.

Anziehungsmagnet war die Grundschule, in der der Heimatpflegeverein das Ergebnis seiner monatelange Recherche präsentierte. Wahre „Hingucker“ waren Fotos aus dem Schulleben im letzten Jahrhundert. So mancher fand sich hier abgebildet und nahm das Angebot wahr, Ausdrucke der digitalisierten Bilder für wenig Geld zu erwerben. Ina Drewes und Christine Reinel freuten sich bereits am Samstagabend über ein gut gefülltes Gästebuch: Sie hatten im Vorfeld 950 Adressen ehemaliger Schülerinnen und Schüler anhand von Namen und Geburtsdaten ausfindig gemacht und persönlich eingeladen.

Anlaufstellen für Kinder waren etwa der neu gestaltete Schulhof, die Aktionen des Grünen Klassenzimmers, der Sommer-Biathlon (SV Groß Lessen), Fußballgolfen und Bubble-Soccer (SV Lessen) oder das vom Fördervereins der Grundschule angelegte Maislabyrinth. Familien hatten die Qual der Wahl. Spannend war auch das Geschehen auf dem Dorfplatz: Hier präsentierten sich Vereine und örtliche Betriebe.
„Nebenschauplätze“ boten Gelegenheit zum ausgiebigen „Fachsimpeln“ unter Gleichgesinnten: Dazu gehörten das Wertungspflügen mit historischen Schleppern und Kaltblütern am Samstag oder das Treffen von Oldtimer-Freunden, die am Sonntag mit blank geputzten PKW und Motorrädern vorfuhren.

Spaß hatten die jüngeren Gästen mit dem „Bubble Soccer“

Das Bühnenprogramm gestalteten ausschließlich Gesangs- und Musikgruppen, die einen Bezug zu Groß Lessen haben – angefangen vom Chor „Sonett“ über den „Picknick-Pianisten Eckhard Helms“ bis zu den Bands „Scorched Butthair“ und „Stonewashed“. Sie traten eindrucksvoll den Gegenbeweis dafür an, dass Propheten im eigenen Land nichts gelten.

Die Organisatoren zogen eine überaus positive Bilanz. Sie unterstrichen die gute Stimmung und den Gemeinschaftsgeist unter den Helfern. „Sie waren der wichtigste Faktor für das Gelingen“, betonten Ortsbürgermeister Friedhelm Hartkamp und Martina Fischer vom Organisationsteam.

Überrascht und erfreut waren sie auch über die „wetterfesten“ Gäste, die den einsetzenden Regenschauern beim Dorfpicknick am Freitag und dem Open-Air-Konzert am Samstag trotzten. Die große Resonanz der eingeladenen „Ehemaligen“ sei ein dritter Erfolgsfaktor gewesen.: Viele Besucher feierten nach zum Teil mehreren Jahrzehnten Wiedersehen mit früheren Mitschülern.

Unter ihnen war auch Gerd Wortmann aus Wien, Einschulungsjahrgang 1961. Er hatte die Jubiläumsfeier mit Urlaubreise und Verwandtenbesuch verbunden. Das Programm fand er bemerkenswert: „Eigentlich braucht man mehrere Tage, um sich alles anzuschauen, was hier geboten wird.“

Quelle: www.kreiszeitung.de, 14.08.2016, Autor: mks || Bildquelle: Mediengruppe Kreiszeitung