Dorfgeschichte

Es ist hauptsächlich Heinrich Kukemüller zu verdanken, dass heute einige historische Daten und Fakten über Groß Lessen bekannt sind. Er hat sich schon vor einigen Jahrzehnten mit diesem Thema befasst und vieles in seiner „Dorpgeschichte up Platt“ niedergeschrieben. In leicht veränderter Form, und frei ins Hochdeutsche übersetzt, ist folgendes über Groß Lessen erwähnt: „Das Alter unserer Heimat lässt sich nicht genau feststellen. Unsere Gegend ist wohl seit über 4000 Jahren besiedelt. Groß Lessen ist in einer Urkunde im Jahr 1266 zum ersten Mal erwähnt, woraus allerdings mit Gewissheit abgeleitet werden kann, dass die Ortschaft viel älter ist.

Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde der erste Lessener Hofbesitzer namentlich erwähnt. Es war Eveken von Lessen, der dem Stift Herford jährlich einen Krug Honig liefern musste. Die Geschichte dieses Hofes lässt sich bis in die heutige Zeit verfolgen.

Auf der ältesten Karte von Groß Lessen, aus dem Jahre 1771, sind die „Feuerstellen“ genannt. Demnach gab es zu dieser Zeit in Groß Lessen 25 Häuser, in Wardinghausen 2, in Bargen 8, in Bobrink/Melloh 2 und in lütten Melloh 1 Haus.

Die Ortschaft war umgeben von einer Moor- und Heidelandschaft. Das zu nutzende Feldland wurde unter den Bauern einheitlich aufgeteilt, wobei die einzelnen Bauernschaft gewisse Berechtigungen erhielten, wie die Weidenutzung und das Torfstechen. Beackert werden durfte allerdings nur so viel, wie mit Mist und Heideplacken gedüngt werden konnte. Die Bauern selbst waren Leibeigene der jeweiligen Landesherren und hatten hohe Abgaben zu leisten. Es gab damals schon so viele verschiedene Abgabearten wie heutzutage Steuern. Erst in der Zeit von 1840 bis 1850 konnten sich die meisten Höfe durch bezahlen von Ablösesummen von der Leibeigenschaft freikaufen.

Quelle: Auszüge aus der Chronik von Groß Lessen

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